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14.07.2025

Grünes Licht für „ALPHA – zesumme wuessen“

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Am 11. Juli 2025 stellte Bildungsminister Claude Meisch die zentralen Ergebnisse der Evaluationsberichte zum Projekt „ALPHA – zesumme wuessen“ vor, gemeinsam mit den beteiligten Autorinnen und Autoren.

Seit Jahren bestätigen Studien zum luxemburgischen Schulsystem: Kinder, die zu Hause weder Luxemburgisch noch Deutsch sprechen, schneiden im Bildungssystem im Durchschnitt schlechter ab – und das schon zu Beginn ihrer Schullaufbahn. Inzwischen sprechen über zwei Drittel der Schüler keine dieser beiden Sprachen zu Hause. Da sie in deutscher Sprache alphabetisiert werden, sind sie von Anfang an benachteiligt.

Seit drei Jahren haben Eltern von 144 Schülern an vier Pilotschulen in Differdingen, Düdelingen, Fels und Schifflingen die Möglichkeit, zu wählen, ob ihr Kind in Deutsch oder Französisch lesen, schreiben und rechnen lernen soll. Diese Schulen wurden intensiv begleitet, um herauszufinden, unter welchen Bedingungen eine landesweite Umsetzung dieser Wahlmöglichkeit denkbar wäre.

Wissenschaftlich fundierte Evaluation

Die umfassende Bewertung basiert auf den Beobachtungen eines wissenschaftlichen Beirats, der Universität Luxemburg, der Regionaldirektionen, des Lehrpersonals, der Eltern und der Schülerinnen und Schüler. Sie enthält klare Empfehlungen, die aus qualitativen Analysen verschiedener Perspektiven sowie aus einer ersten quantitativen Auswertung der Zyklusverlängerungen im Zyklus 2 hervorgehen.

Im Mittelpunkt standen zentrale Fragen: Wurden die Hauptziele des Pilotprojekts erreicht? Lernen Kinder besser lesen, schreiben und rechnen, wenn dies in einer Sprache geschieht, die ihrer Familiensprache näher ist? Ist es organisatorisch machbar, dass Schülerinnen und Schüler, die in verschiedenen Sprachen alphabetisiert werden, gemeinsam in einer Klasse unterrichtet werden und gemeinsam aufwachsen? Kann Luxemburgisch in diesem Kontext eine stärkere Rolle einnehmen?

Einigkeit über die Ausweitung des Projekts

Alle Beteiligten kommen zum gleichen Ergebnis: Der gewählte Ansatz ist grundsätzlich geeignet, den Zielen des Projekts gerecht zu werden. Deshalb wird die landesweite Einführung von „ALPHA – zesumme wuessen“ empfohlen. Auch wenn die Wahl der Alphabetisierungssprache nicht alle Herausforderungen löst – etwa bei Kindern aus vielsprachigen Umfeldern –, so trägt sie doch der zunehmenden sprachlichen Vielfalt in den luxemburgischen Schulen Rechnung und stellt eine sinnvolle Antwort auf die Realität vieler Schülerinnen und Schüler dar.

Begleitend zur Ausweitung des Projekts werden Maßnahmen wie die gezielte Weiterbildung des Lehrpersonals und die Entwicklung passender Unterrichtsmaterialien vorgeschlagen.

Das Projekt „ALPHA – zesumme wuessen“ erhält somit grünes Licht von der wissenschaftlichen Gemeinschaft und allen beteiligten Akteuren: Regionaldirektionen, Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler.

Am 11. Juli 2025 verabschiedete die Regierung einen Gesetzesentwurf zur landesweiten Einführung von „ALPHA – zesumme wuessen“ ab dem Schuljahr 2026/2027, zunächst im Zyklus 1.2 und danach schrittweise in den weiteren Zyklen.

Minister Claude Meisch betont die Bedeutung dieses Schrittes: „Es ist ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Chancengerechtigkeit für alle Schüler und hin zu einem Schulsystem, das die Vielfalt der Bevölkerung berücksichtigt.“

Der komplette Bericht kann unter diesem Link eingesehen werden.